Kant. Musikfest Laufenburg, wir kommen!

In der Sonne blitzende Instrumente, geordnete Notenblätter, rote und gelbe Uniformen, Veteranen in Festlaune, Beizli-Meile und Spannung pur. Das und vieles mehr erwartete uns in Laufenburg.

In aller Herrgottsfrühe, um 06:30 Uhr waren wir zur Abfahrt bereit nach Laufenburg. Seit Anfang Jahr haben wir uns auf diesen Tag vorbereitet. Auch ein Probeweekend haben wir zusammen verbracht, in Hottwil im schönen Mettauertal. Im Gästehaus „Flösser“, dem ehemaligen Schulhaus, das nun leer steht und in eine tolle Gruppenunterkunft umfunktioniert wurde, haben wir fleissig musiziert, Wein degustiert, viel zusammen gelacht und gespielt.

Letzte Vorbereitungen

Unser Car brachte uns wohlbehalten nach Laufenburg, wo wir in einem Schulhaus unser Instrumentendepôt in Beschlag nahmen, das wir mit der Stadtmusik Liestal teilten. Auch das Programm zeigte, dass sich etliche andere Baselländler Vereine für das Musikfest angemeldet hatten. Schnell wurde das Tenü in Ordnung gebracht. Sitzen die Gilets und Fliegen? Habe ich die richtigen Noten? Wo sind die Toiletten? Und auch die Bachblüten Notfall-Tropfen sollten nicht fehlen, denn die Nervosität machte sich doch langsam breit. Im Vorprobelokal konnten wir unsere Instrumente einspielen und einige Stellen des Aufgabenstücks „Faces of proudness“ und unseres Selbstwahlstückes „Mount Everest“ noch einmal durchgehen.

Ziemlich gute Leistung

In der Stadthalle waren wir um 08.37 Uhr die zweite Formation am „Start“. Für beide Vorträge erhielten wir im Durchschnitt 77 Punkte von 100, was in Worten als „ziemlich gute Leistung“ bewertet wird und in etwa unseren Erwartungen entsprach, zumal wir nicht unsere besten Versionen abgeliefert hatten. Bedenkt man die Tatsache, dass „Mount Everest“ schwieriger eingestuft wird, als das Aufgabenstück, wir aber gleich viele Punkte erhalten haben wie für jenes, können wir doch sehr zufrieden sein. Auf der Rangliste der Konzertvorträge in der Stadthalle finden wir uns auf Platz 15 von 19. Also im hinteren Drittel, wie erwartet.

Fotoshooting und Marschparade

Kaum waren wir fertig, ging es zurück ins Depôt zum Tenüwechsel für das Fotoshooting. Wir haben etliche neue Mitglieder und wollten wieder einmal ein aktuelles Vereinsfoto haben. Danach mussten wir uns bereits wieder bereitmachen für die Marschparade. Bei dieser Disziplin geht es recht militärisch zu und her und es gilt sehr viele Regeln einzuhalten. Kleinste Versäumnisse werden sofort mit Punkteabzug bestraft. Vier Experten begleiten die marschierenden Musikantinnen und Musikanten während der Parade und bewerten zum Beispiel: das Anheben der Instrumente nach dem Einspiel der Tambouren, die Länge der Schritte, den Abmarsch und das Anhalten und natürlich auch wie musiziert wird. Im Durchschnitt erhielten wir für die Parade 78 Punkte von 100. Hier hätten wir eine bessere Leistung erzielen können nach dem vielen, harten Üben. Aber nichts desto trotz, auf der Rangliste sieht man, dass die einzelnen Teilnehmer sehr nahe beieinander liegen und wir durchaus mithalten und nicht abgeschlagen hintennach hinken.

Laufenburg in Festlaune

Die Organisatoren und Helfer des grossen Festes haben ganze Arbeit geleistet. Es funktionierte alles wie am Schnürchen. Das wirkte sich auch auf die gelöste und fröhliche Stimmung der Besucher aus. Wir genossen die Atmosphäre beim Zuhören anderer Vereine, bei Kaffee und Kuchen, Bier und Wein - es war ja gar durstiges Wetter - beim Zuschauen der Marschparade und beim Spazieren durch die Gassen. Laufenburg ist ein sehr sympathisches Städtli und wäre auf jeden Fall einmal einen Ausflug wert, auch ohne Musikfest.

Unser CISM-Veteran

Angeführt von den Laufenburger Tambouren und den Fähnrichen aller anwesenden Musikvereine, marschierten die Veteranen zu ihrer Ehrung auf die Festbühne. Unser Tenorsaxophonist, Kurt Frey, wurde offiziell zum CISM-Veteran geehrt. Dies ist eine internationale Auszeichnung und man erhält sie nach 60 Jahren aktivem Musizieren in einem Verein. (CISM bedeutet: Confédération Internationale des Sociétés Musicales). Zur Auszeichnung gehört einen Orden und eine Laudatio. Natürlich bejubelten wir unseren Kurt mit all unseren Kräften bzw. Stimmen. Thomas Haus (Tambour) und Michel Emmenegger (Alto-Saxophon) der MG Küttigen wurden für 25 Jahre und 35 Jahre musizieren geehrt und selbstverständlich auch bejubelt.

Ausklang in Küttigen

Leider mussten wir schon bald an die Heimfahrt denken. Es war ein schöner Tag, doch die Müdigkeit holte uns langsam ein, waren wir doch bereits seit fünf Uhr morgens auf den Beinen. In Küttigen wartete ein Apéro, spendiert von unseren drei Jubilaren, auf uns. Wir gaben noch ein kleines Ständchen zum Besten und genossen danach noch die letzte gemeinsame Zeit des Abends und liessen den Tag noch Revue passieren.

Vor der Sommerpause hört und sieht man uns nochmal am Maienzug und das nächste Mal in Biberstein am Musikabend am 1. Dezember 2018.

Nathalie Bloch Kopp